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Südnorwegen: Fjorde, Gletscher und Felsengebirge voller Kontraste und wilder Natur

Die ersten zwei Wochen unseres Norwegen-Abenteuers waren wir mit unseren Freunden aus der Schweiz - Liana, Michi und Campinghund Nelly - unterwegs. Es war für uns wie Weihnachten und Geburtstag in Einem. Erstens konnten wir es kaum erwarten mit ihnen zwei Wochen herumzureisen und zweitens hatten sie viele ‘Mitbringsel’ dabei. Unsere neue Drohne (die alte haben wir am 3. Tag in Island ‘verloren’), eine neue 'Aufhänge' für unser Ersatzrad (das alte ist auf den Schotterpisten in Island zerbrochen), Ersatzstangen für unsere Helinox-Stühle (sind ‘geknickt’ – nein, wir haben nicht zugenommen…), Walkie-Talkies damit wir kommunizieren konnten, 2 Dosen Ovi-Aufstrich für Pit’s Homemade Crêpes und 2 Gläser Konfitüre von Mama Pizzato aus Italien. Es konnte losgehen!

Wir haben mit den Mädels einiges unternommen, aber nicht halb so viel wie wir geplant hatten. Dass Norwegen weitläufig ist haben wir geahnt, aber dass wir so langsam vorwärts kommen… immer wieder sind wir an schönen Orten hängen geblieben. Wir hatten sehr viel Spass und haben das eine oder andere schöne Plätzchen gesehen. Einige Sprünge in kalte Seen unternommen, diverse Open-Air Toiletten ausprobiert, bei kühlem Wind draussen geduscht... Wir haben den Besuch unserer Freunde sehr genossen. 

Eigentlich wollten wir uns nach den zwei Wochen langsam Richtung Norden begeben, aber der Süden von Norwegen hat so viel zu bieten so dass wir noch ein Weilchen im Süden unterwegs waren. Es waren am Ende etwas mehr als 4 Wochen. Mal schauen ob wir’s noch schaffen bis ans Nordkap. 

Das waren unsere Lieblingsplätze im Süden von Norwegen:

Jettegrytene

Die Jettegrytene ist ein ausgewaschenes Flussbett und befindet sich bei Espestal,  nördlich von Kristiansand. Da der Fluss gestaut wird fliesst nur noch wenig Wasser. Die Steine haben einen Feinschliff und eignen sich daher hervorragend als Rutschen.

Im Sommer wird der Fluss (vor allem von den Einheimischen) als Badi benutzt. Wir hatten Glück, das Wetter war hervorragend und wir konnten uns in der Flussbadi abkühlen. Alleine die Fahrt dorthin war sehr schön und führte immer wieder an kleinen Seen und Wäldern vorbei. Ein Besuch der Jettegrytene wäre sicherlich auch interessant wenn kein Badewetter ist und das Flussbett mit den schönen Konturen ohne Besucher fotografiert werden kann.

Details und Anfahrt siehe www.visitnorway.com/listings/potholes/9970/

 

Valdres

Das Gebiet um Valdres befindet sich auf der ‘Durchgangsstrecke’ zwischen Oslo und Bergen und grenzt an den südlichen Teil des Jotunheimen Nationalpark. Hauptort ist Fagernes und liegt  westlich von Lillehammer. Valdres ist im Sommer ein sehr schönes Wandergebiet mit vielen Seen und Bergen, im Winter ist es bekannt für den Langlaufsport. Wir waren u.A. auf dem Bitihorn und in Eidsbugarden, an der Südgrenze des Jotunheimen Nationalparks in welchem man schöne Wanderungen unternehmen kann.  

Mehr über Valdres siehe www.valdres.no 

Hardanger Fjord, Hardangervidda und der Vøringsfossen

Der Hardanger Fjord ist weniger bekannt als der Geiranger Fjord aber vielleicht schöner? Wir wissen es nicht denn beim Geiranger waren wir nicht. Die Gegend um den Hardanger Fjord ist bekannt für reichhaltige Fruchtplantagen. Die Blüte im Frühling muss wunderschön sein. Sehr schön war auch unser Übernachtungsplätzchen direkt am östlichen Fjordausläufer dem Eidfjord, unterhalb einer steil aufsteigenden Felswand. Die Hardangervidda ist eine Hochebene oberhalb des Fjordes. Die Fahrt hinauf war nichts für schwache Nerven. Enge Strasse, scharfe Kurven, starke Steigung, einspurig. Piccolo-Land für uns 😊. Ohne 4x4 kommt man da schon mal ins Rutschen. Oben angekommen ein schöner Wanderparkplatz der zum Übernachten einlädt. Wir sind zum Valurfoss hoch gewandert. 

Übernachtungsplatz und Start zum Valurfossen: GPS N60 22 19.2 E7 10 12.3

Vöringfoss

Zurück im Tal haben wir einen Abstecher zum nahegelegenen Vøringsfossen unternommen, einem der schönsten Wasserfälle Norwegens sagt ‘man’. Er war wirklich sehr schön und wir haben nun schon viele gesehen.

Gamle Strynefiellsvegen

Die ungeteerte, einsame Passstrasse (Nr. 258) von Grotli durch das Videdal ist sehr empfehlenswert. Die Fahrt als solches ist schon sehr reizvoll. Die Strasse wurde vor vielen Jahren von Hand gebaut und überall sieht man noch die alten Steinmauern. Das Gebiet eignet sich auch für wunderschöne Wanderungen. Oder man nimmt den Sessellift vom Stryn Sommerskicenter hinauf zum Gletscher wo man ein paar Schritte laufen kann.

Mehr Infos dazu siehe www.nasjonaleturistveger.no/de/routen/gamle-strynefjellsvegen

Jostedalsbreen und die Sognefjell Hochebene

Der Jostedalsbreen ist der grössten Gletscher des europäischen Festlandes. Wir sind von Norden und von Osten zu ihm hinaufgelaufen.

Gletscher I: Der Nigardsbreen im Osten ist eine Gletscherzunge des Jostedalsbreen. Nach einer Wanderung gelangt man relativ nahe zum Gletscher und kann ihn (geführt) auch betreten. Es war sehr beeindruckend. Der weisse Gletscher mit Blaustich schien wie Milch das Tal herunter zu fliessen. Leider schmilzt auch dieser dahin wie Butter, allein seit letztem Jahr 10 Meter.

Start der Wanderung zum Nigardsbreen beim Wanderparkplatz. GPS N61 40 22.8 E7 14 02.5

 

Die anschliessende Fahrt über die Sognefjell Hochebene nach Lom (das Dorf mit der vielleicht schönsten Stavkjerke), vorbei am höchsten Berg Norwegens, dem Galdhoppigen war atemberaubend. Auch bei schlechtem Wetter. Wie muss die Aussicht schön sein wenn die Sonne scheint. Auf die Wanderung im angrenzenden Jotunheimen Nationalpark mussten wir leider aufgrund des starken Regens verzichten.

Gletscher II: Kjendalsbreen. Im Norden sind wir von Loen Richtung Kjendalsbreen hochgefahren. Der Gletscher war etwas weniger beeindruckend als der Nigardsbreen dafür war die Fahrt - vorbei am wunderschönen Loenvatn - umso schöner. Und das  Übernachtungsplätzchen am Loenvatn mit Sicht auf den Fjord und den Gletscher unbezahlbar. Der grösste Gletscher von Europa ist übrigens in Island, der

Vatnajökull, den haben wir natürlich auch gesehen als wir in Island waren 😊.

 

Alesund – die Stadt der drei Inseln

Das Stadtbild von Alesund ist eindrücklich. Man findet fast ausschliesslich Steinhäuser im Jugendstil. Und dass sich die Stadt auf drei Inseln verteilt macht den Anblick sehr charmant. Grund dafür ist ein Grossbrand 1904 welcher fast alle Holzhäuer zunichte gemacht hat. Die Stadt musste neu gebaut werden. Der Blick auf die Stadt vom Aussichtsgipfel beim Fjellstua-Restaurant lohnt sich. Unvergesslich bleibt uns aber der Besuch in einem ‘alten’ Fischerei-Zubehörs-Laden welcher sehr nostalgisch ausgestattet war aber alles hatte was das Fischer-Herz begehrt. Und dort fanden wir auch unseren

Spiritus-Kocher den wir gesucht haben. Der Besitzer in zweiter Generation (ein etwas über 80-jähriger Herr) erzählte uns wie sein Vater das Geschäft aufgebaut hat. Ein wirklich schöner Laden!

Über das Eikesdal nach Sunndalsora

Vom Eikesdal für eine Mautstrasse durch den Sunndalen-Dovre NP. Teils geteert, teils Schotterstrasse. Eine wunderschöne Fahrt über eine Hochebene mit unzähligen Wandermöglichkeiten. Wir sind zur R… hütte gewandert, wurden auf halbem Weg vom Regen überrascht, die Goratex-Wanderschuhe halten auch nicht mehr was sie versprechen, nach 3 Tagen waren sie aber wieder trocken. Nach der Wanderung brauchten wir zwingend eine Dusche und so blieb uns nur die Outdoor-Dusche bei 7 Grad

Aussentemperatur. Eine neue Erfahrung in unserem Leben als ‘Vanlifer’. Aber auch dafür gibt es eine Lösung…. wie sich einige Tage später herausstellte.

Details siehe www.visitnorway.de

Wanderung zum Mt. Blåhøa mit Ausblick über die Trollheimen

Das war unser bisher grösstes Erlebnis. Was eine gemütliche Bootsfahrt auf dem Gjevilvasvatn hätte werden sollen endete mit einer 7-stündigen Wanderung auf den Blåhøa-Gipfel. Das ‘Kreuzfahrtschiff’ Trollheimen II verkehrt nur bis Mitte August… wir haben bereits den 28. August. Also mussten wir kurzerhand ein Alternativprogramm hervor zaubern. Am Parkplatz stand eine Wandertafel mit drei Wanderungen. Wir entschieden uns für die Kürzeste: 10.5km einfach und 950 Höhenmeter. Der Aufstieg auf den Gipfel war sportlich. Der Ausblick vom Gipfel eine Wucht. Der Blick über die Trollheimen Bergkette atemberaubend. Der steile Aufstieg hat sich mehr als gelohnt.

Start der Wanderung beim Wanderparkplatz: GPS N62 42 7.44 E9 w24 24.0



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