
Ecuador ist eines dieser Länder, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Kaum irgendwo sonst liegen schneebedeckte Vulkane, tropischer Regenwald, koloniale Städte und traumhafte Pazifikstrände so nah beieinander. Innerhalb weniger Stunden kann man von den Anden in den Amazonas reisen oder mit Seelöwen auf den Galápagos-Inseln schnorcheln.
Wir waren inzwischen drei Mal in Ecuador unterwegs – und jedes Mal blieben wir länger, als ursprünglich geplant.
In diesem Artikel teilen wir mit euch die zehn Orte, die uns in Ecuador besonders beeindruckt haben.

1. Die Galapagos-Inseln
Die Galápagos-Inseln gehören zu den eindrücklichsten Orten, die wir je besucht haben. Sie liegen rund 1'000 Kilometer westlich des ecuadorianischen Festlands im Pazifischen Ozean. Der vulkanische Archipel besteht aus 13 grösseren Inseln sowie zahlreichen kleineren Inseln und Felsen. Weltberühmt wurden die Inseln durch Charles Darwin, dessen Beobachtungen der einzigartigen Tierwelt hier zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie beitrugen. Viele Tierarten kommen ausschliesslich auf Galápagos vor, darunter die Galápagos-Riesenschildkröten, Meerechsen und flugunfähigen Kormorane.
Heute zählen die Inseln zum UNESCO-Weltnaturerbe und sie gehören zu den beeindruckendsten Naturreisezielen der Welt. Strenge Schutzbestimmungen sorgen dafür, dass die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt.

Vor der Reise auf die Galápagos-Inseln müssen alle Besucher eine Transit Control Card (TCT) erwerben. Diese kostet 20 USD pro Person (Stand 2026), wird vor dem Abflug nach Galápagos ausgestellt und muss während des gesamten Aufenthalts bis zur Ausreise aufbewahrt werden. Ausserdem wird das Gepäck vor dem Flug einer Biosicherheitskontrolle unterzogen, um die empfindliche Tier- und Pflanzenwelt der Inseln zu schützen.
Bei der Ankunft auf den Galápagos-Inseln ist zusätzlich eine Nationalparkgebühr zu entrichten. Für ausländische Besucher ab 12 Jahren beträgt diese 200 USD pro Person, für Kinder unter 12 Jahren 100 USD pro Person. Die Gebühr wird in der Regel direkt am Flughafen auf Galápagos bezahlt.

Um die Inseln zu entdecken, muss es nicht zwingend eine ,Kreuzfahrt' sein. Viele Reisende erkunden den Archipel individuell von den bewohnten Inseln aus. Für uns war die achttägige Reise auf dem kleinen Schiff Angelito jedoch die perfekte Möglichkeit, auch abgelegene Orte zu erreichen, die sonst nur schwer zugänglich sind. Uns war wichtig, auf einem kleinen Schiff mit max. 16 Gästen unterwegs zu sein.

Gebucht haben wir die Tour über das Reisebüro Cometa Travel in Quito. Die charmante Angelito ist inzwischen leider in Pension gegangen. Bruna (sie spricht D, E, SP, I und vielleicht noch mehr) von Cometa Travel hat aber bestimmt passende Alternativen im Angebot – und mit etwas Glück profitieren Overlander auch weiterhin von attraktiven Last-Minute-Rabatten. Weitere Last-Minute-Angebote für Galápagos-Kreuzfahrten findet man auf der Webseite Galapagos Lastminutes. Wer bei Reisedaten, Route und Schiff etwas flexibel ist, kann dort oft attraktive Rabatte auf kurzfristig verfügbare Kabinen finden

Schon am ersten Tag begegneten wir Seelöwen, Flamingos und Meerechsen. Doch das war erst der Anfang. Mit jedem Tag schien die Tierwelt unglaublicher zu werden. Wir schnorchelten mit Meeresschildkröten, beobachteten Pinguine und Kormorane unter Wasser und standen nur wenige Meter von Blaufusstölpeln entfernt.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns Fernandina. Die jüngste Insel des Archipels wirkte mit ihren schwarzen Lavafeldern und riesigen Kolonien von Meerechsen beinahe wie ein anderer Planet. Der unvergesslichste Moment wartete jedoch nach Sonnenuntergang. Nur wenige Tage zuvor war auf Fernandina ein Vulkan ausgebrochen. In der Dunkelheit konnten wir beobachten, wie glühende Lava den Hang hinunterfloss. Selbst unser Kapitän war begeistert und drehte eine Extraschleife, damit wir möglichst nah an das Naturschauspiel herankamen.

Nach acht Tagen verliessen wir die Galápagos-Inseln mit tausenden Fotos, unzähligen Erinnerungen und dem Gefühl, einen der aussergewöhnlichsten Orte unseres Planeten erlebt zu haben.
Rückblickend war es nicht nur die einzigartige Tierwelt, die diese Woche so besonders gemacht hat. Einen grossen Anteil daran hatte auch unsere Reiseleiterin Maja. Mit ihrem Wissen, ihrer Begeisterung und ihrem Blick für die kleinen Details machte sie aus jeder Anlandung mehr als nur einen Ausflug.

Sie zeigte uns Tiere, die wir alleine nie entdeckt hätten, erzählte spannende Geschichten über die Inseln und schaffte es immer wieder, unsere Neugier zu wecken. Nach wenigen Tagen fühlte sie sich weniger wie eine Reiseleiterin und mehr wie ein Teil der Gruppe an. Dass wir die Galápagos-Inseln heute als eines der grössten Highlights unserer Südamerikareise bezeichnen, verdanken wir auch ihr.
Mehr Bilder und Infos zu unserer Reise auf die Galapagos-Inseln findet ihr auf Polarsteps.

2. Cotopaxi-Nationalpark
Auf diesen Berg haben wir uns besonders gefreut. Der Cotopaxi-Nationalpark bietet eine atemberaubende Landschaft mit Gletschern, Bergen, Tälern und einer reichen Vielfalt an Flora und Fauna – genau so, wie wir es lieben. Der majestätische Vulkan ist mit seinen 5’897 Metern einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt.

Mit unserem VW Bus konnten wir bis zum Refugio José Rivas hoch fahren was knapp unter 5'000 m.ü.M. liegt. Die Piste war ziemlich holprig und steinig aber für Piccolo kein Problem. Leider spielte das Wetter den ganzen ersten Tag nicht mit, wir sahen den Berg kein einziges Mal. Trotzdem erreichten wir unser Ziel auf 5’000 Metern zu Fuss. Für die Besteigung fühlten wir uns nicht fit genug und ohne Guide wäre das ohnehin nicht möglich gewesen – uns fehlt die Erfahrung dafür.

Da wir manchmal sehr geduldig sind – und Zeit haben – blieben wir noch eine weitere Nacht im Park. Das wild canpen innerhalb des Nationalparks ist offiziell nicht gestattet. Wir haben auf dem Camping La Rinconada übernachtet, einem einfachen Platz zwischen dem Besucherzentrum und der Laguna Limpiopungo.
Am nächsten Morgen um halb sieben hatten wir dann klare Sicht auf den Cotopaxi. Herrlich!

Wir fuhren nochmals hoch zum Refugio und genossen die wunderschöne Fahrt durch den Nationalpark und zum Refugio José Rivas. Das es früh am Morgen war hatten wir den Nationalpark 'gefühlt' für uns alleine.

Auf dem Rückweg zu unserem Übernachtungsplatz machten wir einen Abstecher zur Laguna Limpiopungo. Sie ist der entspannteste Ort im Cotopaxi National Park und liegt auf etwa 3'800 m Höhe direkt zwischen den Vulkanen Cotopaxi, Rumiñahui und Sincholagua. An klaren Tagen spiegelt sich der schneebedeckte Cotopaxi spektakulär im Wasser. Die klassische Wanderung rund um die Laguna dauert etwa 1 Stunde. Die Strecke ist rund 3.5 km lang und nahezu flach.

Eine schöne Überraschung war auch der Wasserfall Cóndor Machay der gleich ausserhalb des Cotopaxi Nationalparks liegt. Eigentlich wollten wir uns dort nur etwas die Beine vertreten. Am Ende standen wir vor einem beeindruckenden Wasserfall mitten im wilden Pita-Canyon und fragten uns, warum dieser Ort so wenig bekannt ist.
Die Strecke hin und zurück dauert je nach Tempo etwa 3–4 Stunden.

3. Rayu Pakcha – ein Paradies im Amazonas
Mitten im Amazonas lebt Chino, ein 29-jähriger Ecuadorianer. Allein. Auf knapp 800 Metern über Meer hat er sich mit seiner einfachen Lodge Rayu Pakcha sein eigenes kleines Paradies geschaffen. Die Hauptattraktion ist die Gran-Cañón-Schlucht mit einem Wasserfall inmitten einer Höhle, natürliche Pools und Wanderwege durch den Regenwald. Es ist eher ein einfacher, naturnaher Ort als eine klassische Lodge mit viel Komfort.

Schon nach wenigen Minuten merkten wir, wie sehr Chino seine Heimat liebt. Mit Begeisterung erzählte er von Pflanzen, Tieren und dem Leben im Regenwald. Wir durften unser Nachtlager auf dem Parkplatz der Lodge aufschlagen und marschierten bei strahlendem Sonnenschein hinunten zum Cañón. Chino wollte uns Gummistiefel mitgeben, doch Pits Schuhgrösse hatte er nicht im Angebot. Die Wanderung beinhaltete auch einen kleinen Kräuterlehrpfad, den Chino liebevoll selbst eingerichtet hatte.

Der Weg hatte es in sich: immer steiler, immer rutschiger. Bei Regen hätten wir da nicht runtersteigen wollen. Unten angekommen kletterten wir über den Fluss und in die Höhle. Der Wasserfall war sehr beeindruckend, doch es wurde immer dunkler. Wir wollten uns gerade draussen in der kleinen Laguna abkühlen, als sich der Himmel über uns öffnete – es regnete wie aus Kübeln. So machten wir uns direkt auf den Rückweg. Der Pfad war zu einem einzigen schlammigen Bach geworden. Willkommen im Regenwald!

Nach etwa einer Stunde kamen wir komplett durchnässt und mit schlammigen Schuhen wieder bei der Lodge an. Chino wartete bereits mit Tee auf uns – für ihn nichts Ungewöhnliches. Am Abend liessen wir uns dann von Chino bekochen und er zeigte uns stolz sein selbst gebautes Haus.

Chino erzählte uns einiges über „seinen“ Amazonas und kletterte für uns auf die Bäume. Jetzt wissen wir endlich, was es mit Bananen und Plátanos auf sich hat: Die Schweizer Bananen sind eigentlich gar keine Bananen, sondern Plátanos – was wir wohl alle fälschlicherweise als Bananen übersetzen. Jedenfalls ist das in Ecuaodor bei Chino so.
Wir genossen die wunderbaren Tage an diesem magischen Ort mitten im ecuadorianischen Regenwald.

4. Die Kraterseen:
Laguna Quilotoa und Laguna Cuicocha
Ecuador zählt zu den vulkanreichsten Ländern der Welt. Die Laguna Quilotoa auf 3'900 m.ü.M. zählt zu den bekanntesten Kraterseen Ecuadors. Er entstand vor rund 800 Jahren nach einem gewaltigen Vulkanausbruch und füllt heute die Caldera des Vulkans Quilotoa. Je nach Sonneneinstrahlung und Wetter leuchtet das mineralhaltige Wasser in unterschiedlichen Blau- und Türkistönen und wirkt beinahe unwirklich.

Bevor wir den Quilotoa-Loop – die rund 10 Kilometer lange Wanderung auf dem Kraterrand – in Angriff nahmen, half Pit einer jungen Marktfrau, ihren Verkaufsstand den steilen Hügel hinaufzuschieben.
Die Wanderung verlangte uns einiges ab. Auf fast 4'000 Metern Höhe und in der dünnen Bergluft ging es immer wieder steil hinauf und wieder hinunter. Doch jede Anstrengung wurde belohnt: Hinter jeder Kurve eröffnete sich ein neuer Blick auf den intensiv blauen Kratersee, die steilen Felswände und die umliegenden Andengipfel.

Mal lag der See glitzernd in der Sonne, wenig später zogen Nebelschwaden über den Krater und verliehen der Landschaft eine ganz besondere Stimmung.
Die wunderschöne Tageswanderung hat sich definitiv gelohnt.
Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz des Hostal Runa Wasi.

Die zweite sehenswerte Lagune ist die Laguna Cuicocha in den nördlichen Anden von Ecuador. Sein Name bedeutet in der indigenen Sprache Kichwa 'Meerschweinchensee' und geht auf die beiden Inseln in der Mitte des Kratersees zurück, deren Form an Meerschweinchen erinnern soll. Die Laguna Cuicocha entstand vor rund 3'000 Jahren nach einem gewaltigen Vulkanausbruch und hat heute einen Durchmesser von etwa drei Kilometern.

Wir umrundeten den Kratersee auf einem 14 Kilometer langen Wanderweg, der über den Kraterrand führt. Immer wieder eröffneten sich spektakuläre Ausblicke auf das intensiv blaue Wasser, die beiden bewachsenen Inseln und die umliegenden Gipfel der Anden. Unterwegs konnten wir mit etwas Glück sogar einige der hier heimischen Kolibris beobachten, die zwischen den zahlreichen Wildblumen umherflogen.

Beeindruckend waren auch die Begegnungen mit den Menschen vor Ort. Auf unserem Campingplatz Refugio del Venado (Paradero Ucshapungo) trainierte eine Gruppe Einheimischer für ihr nächstes Grümpelturnier und sorgte mit viel Begeisterung für eine fröhliche Stimmung. Im kleinen Dorf Palmitopamba erlebten wir ausserdem einen typisch ecuadorianischen Samstagabend: Rund um die Dorfkirche und auf dem Dorfplatz trafen sich Familien und Freunde, plauderten miteinander und brachten ihr Essen und ihre Getränke einfach selbst mit. Eine herrliche entspannte Atmosphäre.

5. Mirador del Oso Andino
Der Mirador del Oso Andino stand schon lange ganz oben auf Pits Wunschliste. Auf dem Weg dorthin wurden wir allerdings zunächst ausgebremst: Ein Erdrutsch hatte die Strasse verschüttet, sodass wir einen Umweg in Kauf nehmen mussten. Das kommt immer mal wieder vor im Norden von Südamerika. Am Mirador angekommen wurden wir herzlich von Danilo empfangen, der uns viel über die hier lebenden Andenbären erzählte.

Der Andenbär, auch Brillenbär genannt, ist die einzige Bärenart Südamerikas und lebt in den Nebelwäldern und Bergregionen der Anden. Seinen Namen verdankt er den hellen Zeichnungen rund um die Augen, die bei jedem Tier einzigartig sind. Brillenbären sind überwiegend Pflanzenfresser und ernähren sich von Früchten, Bromelien, Avocados, Palmenherzen und Kakteen. Obwohl sie scheu sind und Menschen meist meiden, gelten sie heute als gefährdet. Der Verlust ihres Lebensraums durch Landwirtschaft und Abholzung setzt den Beständen zunehmend zu.

Um 16 Uhr starteten wir unsere erste Beobachtungstour mit Danilo – und was für eine. Insgesamt entdeckten wir fünf Andenbären, die sich auf der gegenüberliegenden Seite des Canyons bewegten. Trotz der rund 300 Meter Distanz liessen sie sich mit dem Fernglas erstaunlich gut beobachten. Danilo kannte alle Bären beim Namen.
Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh, denn schon um 6.30 Uhr werden die ersten Bären wieder aktiv – diese Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Und tatsächlich wurden wir erneut belohnt: Auch an diesem Morgen zeigten sich mehrere Tiere. Der absolute Höhepunkt folgte am Nachmittag. Zuerst beobachteten wir einen Bären, der ganz entspannt den Fluss überquerte. Kurz darauf entdeckten wir sogar eine Bärenmutter mit ihren zwei Jungtieren. Für uns war dieser Moment ein unvergessliches Naturerlebnisse. Vor allem auch, weil sich die Bären an diesem Hang wild bewegen und hausen und nicht von den Einheimischen gefüttert werden.

6. Mindo – Kolibris, Nebelwald, Artenrekorde
Mindo ist eines der bekanntesten Ökotourismusziele Ecuadors. Das kleine Städtchen liegt mitten in den Nebelwäldern der westlichen Anden, auf Höhe der Äquatorlinie. Mehr als 500 Vogelarten wurden hier bereits dokumentiert, dazu Hunderte von Orchideen, unzählige Schmetterlinge sowie eine beeindruckende Vielfalt an Amphibien und Reptilien. Die biologische Vielfalt ist überwältigend.

Bei unserem ersten Besuch übernachteten wir auf dem Parkplatz des Restaurant Cañitas und gönnten uns ein leckeres Essen. Am nächsten morgen konnten wir bei der Unterkunft Sendero de las Aves Mindo unzählige Kolibris, Schmetterlingen, einigen Tukanen und vielen anderen Vogelarten beobachten.

Ein Jahr später kamen wir nochmals nach Mindo – eigentlich ungeplant, aber der Ort lag genau auf unserer Route. Dieses Mal besuchten wir die etwas ausserhalb gelegene Hostería Las Montañas. Von einem Aussichtspunkt aus konnten wir Kolibris und zahlreiche andere Vogelarten beobachten. Die Vögel wurden mit Zuckerwasser angelockt und schwirrten in grosser Zahl umher. Streckte man die Hand aus, setzte sich mit etwas Glück sogar einer der kleinen Kolibris direkt auf die Finger. Wir hofften wieder auf Tukan und standen um sechs Uhr morgens auf. Leider hatten wir kein Glück.

Doch am Vortag waren wir bereits fündig geworden: Auf einem Spaziergang hörten und beobachteten wir mehrere Tukane in den Bäumen.
Beide Orte sind sehr zu empfehlen. Einfach und nicht sehr touristisch und sie waren hervorragend, um die Tiere und die Pflanzenwelt zu beobachten und den Nebelwald zu spüren!

7. Quito und der Rucu Pichinca
Quito liegt auf rund 2'850 Metern Höhe gelegene Hauptstadt Ecuadors. Trotz ihrer beachtlichen Höhenlage herrscht hier das ganze Jahr über ein angenehm mildes Klima. Deshalb wird Quito auch gerne als Stadt des ewigen Frühlings bezeichnet. Eingebettet zwischen den Anden erstreckt sich die Stadt über viele Kilometer in einem schmalen Tal und bietet immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Berge. Trotz ihrer Grösse wirkte Quito auf uns überraschend entspannt. Das historische Zentrum lässt sich gut zu Fuss erkunden.

In Quito bekommt man alles was man braucht. Sogar eine super kompetente VW Werkstatt GT Repuestos mit vielen Ersatzteilen für unseren Piccolo. Quito war für uns immer wieder Ankerpunkt – nicht zuletzt wegen des Armony-Camps etwas ausserhalb der Stadt in dem kleinen Vorort Puembo. Bei Fernando und Evelyn standen wir mehrmals und wir haben auch unser Auto dort eine Woche geparkt während wir auf den Galapagos Inseln waren.

Ein besonderes Erlebnis war die Wanderung auf den 4'698 m hohen Hausberg von Quito, den Rucu Pichincha. Mit der Seilbahn fuhren wir hinauf zum Cruz Loma auf über 4'000 Metern Höhe. Von dort starteten wir die Wanderung. Der Weg führte stetig bergauf durch die karge Hochgebirgslandschaft. Mit der Höhe wurde jeder Schritt etwas anstrengender, doch die grandiose Aussicht entschädigte für die Mühe. Vom Gipfel aus bot sich ein beeindruckender Blick über Quito, die umliegenden Anden und auf mehrere schneebedeckte Vulkane. Für uns war diese Wanderung ein schöner Abschluss in Quito.

8. Vulkan Cayambe
Den Vulkan Cayambe hatten wir ursprünglich gar nicht auf dem Radar. Erst als wir ein Foto des schneebedeckten Gipfels sahen war klar: Da müssen wir hin. Der 5'790 Meter hohe Cayambe ist der dritthöchste Vulkan Ecuadors und gehört zu den wenigen Orten weltweit, an denen ein Gletscher direkt auf der Äquatorlinie liegt.

Wir übernachteten direkt am Eingang zum Nationalpark, dem Reserva Ecológica Cayambe-Coca um am nächsten Morgen gleich um 8 Uhr als Erste die Piste zum Refugio hinauffahren zu können. Die Schotterstrasse war allerdings alles andere als einfach – steil, ausgewaschen und voller loser Steine. Unser Piccolo kam dabei ordentlich an seine Grenzen und kämpfte sich Meter für Meter den Berg hinauf. Eine Geländeuntersetzung hätte ihm die Arbeit deutlich erleichtert.

Vom Parkplatz beim Refugio starteten wir unsere Wanderung zur Laguna Verde. Der Weg führte zunächst durch die karge Hochgebirgslandschaft und später über grobe Felsblöcke bis fast an den Fuss des mächtigen Gletschers auf knapp 5'000 Metern über Meer. Mit jedem Schritt machte sich die dünne Höhenluft bemerkbar und wir mussten das Tempo deutlich drosseln. Doch der Anblick entschädigte für jede Anstrengung: Tief unter uns leuchtete die intensiv türkisfarbene Laguna Verde, darüber ragten die schneebedeckten Eisflanken des Cayambe in den Himmel. Traumhaft!

Zurück in der Stadt Cayambe gönnten wir uns erst einmal etwas Entspannung. In dem eher unscheinbaren Piscina Termales El Pisque Guachala fanden wir genau das Richtige: warme Duschen und ein dampfendes Becken mit natürlich erhitztem Vulkanwasser. Nach der Wanderung war das Balsam für unsere müden Muskeln. Übernachten konnten wir gleich vor dem Eingang auf dem Parkplatz des Piscina.

Am nächsten Morgen stand dann eine kulinarische Spezialität auf dem Programm. Cayambe ist in ganz Ecuador für seine Bizcochos bekannt – knusprig-buttrige Gebäckstangen, die traditionell frisch aus dem Holzofen zusammen mit lokalem Käse und Manjar de Leche, einer cremigen Karamellspezialität, serviert werden. Bei der traditionsreichen Bäckerei San Pedro, wo die Bizcochos noch immer mit Eukalyptusholz gebacken werden, kauften wir einen kleinen Vorrat für unsere Weiterreise. Sie schmeckten hervorragend!

9. Pululahua – Ein Dorf im Vulkankrater
Nur wenige Kilometer nördlich von Quito und unmittelbar der Äquatorlinie liegt Pululahua, einer der wenigen bewohnten Vulkankrater der Welt. Der rund drei Kilometer breite Krater entstand vor Tausenden von Jahren durch den Einsturz eines Vulkans nach einer gewaltigen Eruption. Heute steht das Gebiet als Reserva Geobotánica Pululahua unter Naturschutz und ist für seine aussergewöhnliche Landschaft und Artenvielfalt bekannt.

Das kleine Dorf im Krater ist überschaubar. Wir übernachteten auf dem einzigen geöffneten Campingplatz El Castillo del Lobo und nutzten die Gelegenheit, die Umgebung zu Fuss zu erkunden. Dank des besonderen Mikroklimas und der nährstoffreichen Vulkanböden gedeiht hier eine üppige Vegetation. Auf den fruchtbaren Feldern werden unter anderem Mais, Bohnen, Kartoffeln, Gemüse sowie verschiedene Blumen angebaut.

Charakteristisch für Pululahua sind die zahlreichen kleineren Vulkandome und Hügel, die sich nach dem Einsturz des ursprünglichen Vulkans im Inneren des Kraters gebildet haben. Dadurch wirkt die Landschaft fast wie ein 'Vulkan im Vulkan'. Mehrere Wanderwege führen durch den Krater und auf die umliegenden Hügel und bieten immer wieder schöne Ausblicke auf die grüne Kraterlandschaft. Für uns war Pululahua ein idealer Ort, um nach einigen Fahrtagen wieder einmal ausgiebig zu wandern und die einzigartige Vulkanlandschaft zu geniessen.

10. Buckelwale an Ecuadors Pazifikküste
Ecuador ist vor allem für die Anden und die Galápagos-Inseln bekannt. Dabei hat auch die Pazifikküste einiges zu bieten. Zwischen Mangroven, Trockenwäldern und langen Sandstränden finden sich zahlreiche ruhige Buchten, kleine Fischerdörfer.
Einer unserer Lieblingsorte war die Playa Escondida, eine kleine Eco Lodge am 'versteckten Strand' mit Campingmöglichkeit. Uns gefiel der weitläufige Sandstrand, die steilen Klippen und die Ruhe.

Ein weiterer empfehlenswerter Ort der ecuadorianischen Küste ist Puerto López, das als Ausgangspunkt für den Machalilla-Nationalpark bekannt ist. Das kleine Fischerdorf zählt zu den besten Orten Südamerikas, um Buckelwale zu beobachten. Jedes Jahr zwischen Juni und September ziehen die Meeressäuger aus den kalten Gewässern der Antarktis an die ecuadorianische Küste, um sich zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Während dieser Zeit bieten zahlreiche lokale Anbieter Bootstouren an. Ein hervorragender Ort für Walbeobachtungen ist auch der von einem Schweizer/Ecuadorianischen paar betriebene Camping Islamar.

Der Platz liegt auf einem Hügel in Salango und bietet einen hervorragenden Ausblick auf die Küste, wo sich währende der Brütezeit die Wale nur so tummeln. Leider waren wir zu spät da und konnten keine Tiere mehr beobachten. Ein Grund, um wiederzukommen.
Auch ausserhalb der Walsaison lohnt sich ein Besuch. Von Puerto López aus können Ausflüge zur Isla de la Plata unternommen werden, die wegen ihrer Blaufusstölpel, Fregattvögel und anderen Seevögel oft als 'kleines Galápagos' bezeichnet wird.

Zudem laden die Strände des Machalilla-Nationalparks und die nahe gelegene Playa Los Frailes zu Wanderungen und Badestopps ein.
Leider hat sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren insbesondere in einigen Küstenprovinzen verschlechtert. Der zunehmende Einfluss von Drogenkartellen und organisierter Kriminalität führt in bestimmten Regionen immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Besonders betroffen sind Hafenstädte wie Guayaquil, Esmeraldas oder Manta. Als Reisende spürt man davon nicht überall etwas. In touristischen Orten wie Puerto López oder im Machalilla-Nationalpark fühlten wir uns tagsüber sicher. Dennoch lohnt es sich, die aktuelle Sicherheitslage vor der Reise zu prüfen und sich mit anderen Reisenden im Land auszutauschen. Nachtfahrten sind möglichst zu vermeiden und abgelegene Gegenden nur mit Bedacht zu besuchen.
Fazit
Ecuador gehört zwar zu den kleineren Ländern Südamerikas, bietet aber eine aussergewöhnliche landschaftliche Vielfalt. Innerhalb weniger Stunden wechselt die Kulisse von schneebedeckten Vulkanen über grüne Nebelwälder bis zu tropischen Stränden am Pazifik. Kaum ein anderes Land vereint auf so engem Raum so unterschiedliche Klimazonen und Lebensräume.
Als Reiseland eignet sich Ecuador hervorragend, um die Anden, den Amazonas und die Pazifikküste miteinander zu verbinden. Die Distanzen sind vergleichsweise kurz, sodass sich selbst in wenigen Wochen ganz unterschiedliche Regionen entdecken lassen. Wer mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, findet zahlreiche schöne Übernachtungsplätze und wird fast überall herzlich empfangen.
Besonders beeindruckt haben uns die mächtigen Vulkane, die artenreichen Nebelwälder rund um Mindo, die Wanderungen in den Anden und die entspannte Atmosphäre vieler kleiner Orte.
Mindestens genauso in Erinnerung bleiben werden uns jedoch die Menschen. Wir haben uns in Ecuador vom ersten Moment an wohl und fast schon zuhause gefühlt. Vielleicht liegt es an der Herzlichkeit der Ecuadorianerinnen und Ecuadorianer, die einem überall mit einem Lächeln begegnen. Vielleicht aber auch am Toni-Joghurt, der Floralp-Butter oder der Olma-Bratwurst, die wir in einem Supermarkt in Quito entdecken konnten und die für einen kurzen Moment ein Stück Heimatgefühl aufkommen liessen.
Gleichzeitig sollte man die aktuelle Sicherheitslage nicht ausser Acht lassen. Vor allem in einigen Küstenregionen und grösseren Städten hat der Einfluss von Drogenkartellen und der organisierten Kriminalität in den vergangenen Jahren zugenommen, wodurch es in bestimmten Regionen immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. Mit einer guten Reiseplanung, aktuellen Informationen und gesundem Menschenverstand konnten wir unsere Reise jedoch uneingeschränkt geniessen und haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt.
Möchtest Du noch weiter in Ecuador eintauchen und noch mehr unbekannte sowie spannende Orte entdecken?
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