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Vanlife in Island: mit dem eigenen Auto nach Island

Mit dem eigenen Camper in Island unterwegs. Lohnt sich das Verschiffen des eigenen Autos? Wie funktioniert das mit der Fähre und ist das nicht teuer? Kann man in Island frei übernachten? Wir waren Jun/Juli für 6 Wochen in Island und anschliessend noch eine Woche auf den Färöer Inseln. Der Zeitraum war für uns gerade richtig. Weniger wäre zu stressig gewesen. Unsere Erfahrungen haben wir in diesem Blog zusammengetragen.

Die Hinfahrt mit der Fähre

Wir sind mit der M/S Norröna der Smyril Line von Hirtshals (Dänemark) nach Island gefahren. Mit dabei unser Auto. Die Überfahrt, mit Halt auf den Färöer Inseln hat 3 Tage gedauert. Dies ist die einzige RollOn-RollOff Verbindung nach Island. Ausser natürlich man verschifft sein Auto in einem Container, was aber für uns nicht in Frage kam. Die Kosten sind abhängig von der Saisonalität, der Grösse des Autos und der Kabine. Nähere Infos findet Ihr auf der Webseite www.smyrilline.de.

Das Wetter

Schlechtes Wetter ist doch Einstellungssache? Es regnete gefühlte 4 von 6 Wochen. Vermutlich war es ein bisschen weniger, aber die gute Laune haben wir trotzdem nie verloren. Gute Kleidung und ein warmer Bus ist das A und O. Und wir wussten ja dass in Island nicht immer die Sonne scheint. Diese zeigte sich vor allem um zu kucken wo sie als Nächstes hinpinkeln kann.

 

Im Sommer trägt der Isländer kurze Hosen und T-Shirt. Egal wie kalt es draussen ist. Das Thermometer hat bei uns im Maximum18 Grad erreicht. Kein Problem, da ziehen die Isländer gerne mal das T-Shirt aus.

Camping in Island

Campingplätze in Island sind oft sehr einfach ausgestattet. Eine grüne Wiese, ein Container mit 2 Toiletten und einer Dusche und ein ‘Platzwart’ der am Abend das Geld einkassiert. That’s it. Die Campingplätze sind nicht zu vergleichen mit denjenigen in der Schweiz oder in Deutschland. In Island geht das auch einfacher. Allerdings reicht das vor allem im Süden nicht aus wo im Sommer sehr viele Touristen unterwegs sind. Dort zeigt sich ein Bild von überfüllten Campingplätzen, kalten Duschen, anstehen bei der Toilette. Die Infrastruktur lässt sehr zu wünschen übrig. Bezahlt man die volle Platzgebühr (gegen € 35.00 mit Strom und warmer Dusche) ist der Preis nicht ganz günstig.  Allerdings gibt es in Island die sogenannte Campingcard für € 150.00. Darin enthalten sind 28 Nächte auf über 40 Mitglied-Campingplätzen. Eine günstige Alternative. Zu bezahlen sind dann nur noch die Taxen (Stand 2018 € 3.00/Nacht). Infos dazu auf www.campingkarte.is.

 

‘Wild’ campen / Frei stehen

Wild campen ist in Island seit 2016 verboten. Zumindest wenn man mit Auto, Motorrad oder Wohnmobil unterwegs ist. Für Fahrradfahrer und Fussgänger sind die Regeln nicht so streng. Wild übernachten ist möglich, wenn man den Grundstückbesitzer um Erlaubnis fragt. Davon haben wir einige Male Gebrauch gemacht und konnten so auch in Island ausserhalb von Campingplätzen übernachten. Aber das 'wild' campen ist trotzdem nicht so entspannt wie in anderen Ländern wo dies offiziell erlaubt ist.

 

Frischwasser und Dumping

Auf den meisten Campingplätzen (oder wenn nicht vorhanden im Ort) gibt es eine Entsorgungsstelle für die Toiletten und meistens kann man dort auch kostenlos Wasser auftanken. Allerdings ist die Grauwasserversorgung nicht geregelt. Selten findet man einen Ablass und so bleibt einem nur ‘Eimerchen für Eimerchen füllen und bei der Toilettenentsorgung runterspülen’. Fast jedes Dorf verfügt über eine kostenlose ‘Autowaschanlage’ (Wasserschlauch mit kostenlos kaltem Wasser). Auch dort kriegt man kostenlos frisches Trinkwasser.

 

Die Badekultur

In Island geht man das ganze Jahr ins Freibad. Egal bei welchem Wetter und bei welcher Aussentemperatur. Das Wasser ist immer angenehm geheizt und oft gibt es heisse Pots im Schwimmbad. Fast jedes noch so kleine Dorf hat seine eigene Badi. Und dann gibt es natürlich noch die diversen natürlichen und künstlich angelegten Hotpools in ganz Island. Das warm Duschen in Island ist also auch bei kalten Temperaturen nie ein Problem.

Die Preise

Island ist ein Hochpreisland. Einige Beispiele:

  • ein Liter Diesel: € 1.70 
  • 3 dl. Bier: € 3.00 
  • Wäsche waschen: bis € 7.00/Wäsche (ohne Trockner)
  • ein Roggenbrot in Reykjavik: € 7.00, ansonsten ‘nur’ € 5.00 – 6.00
  • eine Pizza € 30.00

Es geht aber auch in Island günstig. Einkaufen im Bonus-Supermarkt, selber kochen, Light Bier trinken, Camping-Card kaufen und Wild campen (mit Erlaubnis des Grundstückbesitzers). Insgesamt ist das Preisniveau aber in etwa gleich wie in der Schweiz. Ja, auch die Schweiz ist ein Hochpreisland 😊! 

Die Strassen

Die Ringstrasse (Nr. 1) ist quasi die Autobahn von Island. Eine zweispurige Strasse die rund um das Land führt. Diese ist in gutem Zustand und gut befahren. Links und rechts von der Ringstrasse gibt es diverse Strassen die auch ohne 4x4 problemlos zu befahren sind. Und dann gibt es noch die sogenannten F-Strassen. Das sind Strassen die nur mit 4x4 befahren werden können und oft mit Wasserdurchfahrten ‘ausgestattet’ sind. Diese sind vorwiegend im Hochland anzutreffen. Die Öffnungszeiten dieser Strassen werden auf www.road.is veröffentlicht (in der Regel zwischen Mitte Juni und Ende August – je nach Strasse). Einige Ausschnitte von diesen F-Strassen haben wir auf einem unserer Blogs veröffentlicht. 

Internet und Telefonie

Wir haben uns lange überlegt, ob wir uns eine Isländische SIM-Karte besorgen sollen. Ein Schweizer Abo kam für uns aus Kostengründen nicht in Frage. Da wir in mehreren Ländern  in Europa unterwegs sind und nicht immer die SIM-Karte und Telefon-Nr. wechseln wollen haben wir uns für das deutsche ALDI-Prepaid Abo entschieden. Und das hat in Island sehr gut funktioniert. Damit man eine Prepaid-Karte beziehen kann benötigt man eine Adresse in Deutschland, aber wir haben ja liebe Freunde in Deutschland… Da wir unterwegs nicht arbeiten und keine grossen Datenmengen Hochladen und auch keine TV-, Netflix- oder Youtube-Junkies sind hat uns das 5.5 GB-XL-Datenpaket für € 14.99/Wochen gereicht. Zudem gibt es die Möglichkeit, nach Ablauf des Datenvolumens innerhalb der Laufzeit Volumen nachzubuchen. Für unsere täglichen Instagram und Facebook-Posts, News-Feeds und  WhatsApp haben uns die 5.5 GB (meistens) gereicht. Auf den Campingplätzen ist WLan nicht sehr verbreitet und wenn, dann mit schlechtem Empfang.


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